Autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung bei
Persern/Exotics (PER/EXO)

* * *     (Polycystic Kidney Disease - PKD)      * * *
 


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  Was ist PKD?

Die Polyzystische Nierenerkrankung PKD ist eine ererbte Krankheit, die bei Persern/Exoten entdeckt wurde. PKD wurde sporadisch in der Literatur seit 1967 erwähnt, aber die aktuelle Forschung über diese Nierenerkrankung begann erst 1990. In 1990 wurde eine befallene Perser-Kätzin in die Lehrklinik der Ohio State University eingeliefert mit allen Anzeichen von Nierenversagen. Nachkommen dieser Kätzin wurden dafür eingesetzt, eine Kolonie aufzubauen und gezielte Forschung einzuleiten.

   Wie kann PKD diagnostiziert werden?

PKD kann am leichtesten mit Ultraschall entdeckt werden; damit kann PKD bereits in frühen Phasen des Entstehens identifiziert werden. Alles, was nötig ist, sind eine Rasur des Bauchbereichs und ein paar Momente für die Aufnahme, um das mögliche Vorhandensein von Zysten zu entdecken.

Es braucht nur ein paar Minuten, ohne oder nur mit leichter Betäubung. Es ist sehr wichtig, daß erfahrene Mediziner und ausreichende Technik für die Ultraschall-Untersuchung zur Verfügung stehen - dann liegt die Zuverlässigkeits-Rate bei 98 Prozent im Alter von ungefähr 10 Monaten. Die Frequenz des Ultraschall-Kopfes sollte 7,5 bis 10 MHz betragen, die Bildauflösung 256 Graustufen. Je höher die Frequenz, desto besser sind Details zu erkennen. Ein DNA-Test ist zur Zeit noch nicht verfügbar, erste Forschungsarbeiten sind jedoch im Gange.

  Was bewirkt diese Krankheit bei Katzen?

PKD entwickelt sich sehr langsam. Sie zeigt sich erst sehr spät in einem Katzenleben - mit vergrößerten Nieren und Nierenversagen im durchschnittlichen Alter von sieben Jahren. Die Krankheit ist ererbt und die Zysten bestehen von Geburt an. Die Größe der Zysten kann zwischen einem Millimeter und mehreren Zentimetern variieren, wobei ältere Katzen mehr und größere Zysten aufweisen. Probleme können dann entstehen, wenn diese Zysten anfangen zu wuchern und allmählich die Niere vergrößern und damit nach und nach die Nierenfunktionen beeinträchtigen. Das Ende ist dann Nierenversagen. Klinische Anzeichen dafür sind beispielsweise Depressionen, fehlender oder verringerter Appetit, außergewöhnlicher Durst, ungewöhnlich hoher Harn-Absatz und Gewichtsverlust. Es gibt bemerkenswerte Unterschiede darin, wann und wie schnell Katzen PKD entwickeln - auch mit der Möglichkeit, daß sich PKD so spät im Katzenleben  entwickelt, daß die Katze die „Chance“ hat, an anderen Ursachen als PKD zu sterben. Dennoch: Nierenversagen ist sicher, wenn und sobald die Zysten anfangen, sich zu entwickeln.

   Wie kann ein Züchter PKD aus seinem Bestand herausbekommen?

Weil PKD das Resultat eines autosomal dominanten Gens ist, ist es relativ leicht, diesem Gen auf die Spur zu kommen und es aus dem Zuchtbestand zu eliminieren. Jede Zuchtkatze muß zuvor per Ultraschall auf das mögliche Vorhandensein von Zysten untersucht werden. Der schnellste Weg, das Problem zu bewältigen, wäre dann, die betroffenen Katzen zu kastrieren, und nur noch mit PKD-negativen Katzen weiterzuzüchten.

Wenn natürlich eine bestimmte Katze besonders wertvoll für die Zucht ist, gibt es immer noch eine Möglichkeit, PKD-negative Kittens zu bekommen. Um dahin zu kommen, muß einer der beiden Eltern PKD-frei und die andere polyzystisch-heterozygot sein. Mehr darüber in: “Autosomal Dominant Polycystic Kidney Desease in Persian Cats“ von Dr. David S. Biller, Dr. Stephen P. DiBartola und Wilma J. Lagerwerf. Der Artikel erschien im Cat Fanciers Magazine, Februar 1998, und ist auch auf der CFA-Homepage zu finden.

Weitere Artikel sind zu finden unter: Biller DS et al „Inheritance of Polycystic Kidney Desease in Persion Cats“ Journal of Heredity, 1996 Jah; 87 (1), 1- 5; und Eaton KA et al; Autosomal Dominant Polycystic Kidney Desease in Persians and Persian-cross Cats“, Vet Pathology 1997, Mar; 34(2): 117 - 126.

   Was können SIE tun?

Es gibt Theorien, nach denen PKD in Persern/Exotics häufiger ist als jetzt schon diagnostiziert. Mit mehr Studien und gedruckten Informationen über diese Krankheit könnten Züchter und Tierärzte gemeinsam daran arbeiten, PKD-freie Zuchtprogramme aufzubauen.

SIE können dabei helfen!

SIE können ihre Zuchtkatzen so bald wie möglich per Ultraschall untersuchen lassen und darauf hinarbeiten, so bald wie möglich nur noch mit PKD-freien Katzen weiterzuzüchten.

 


Text & Layout Version 1.2: © David S. Biller, DAVM, DAVCR, Kansas State University, USA,
und Marie Thiers, S*Sequoyahs Persians, Schweden, für die deutsche
Bearbeitung: Herbert E. A. Bangen,   Wunderbaum@aol.com, 1998